Abschluss und vorläufiges Ergebnis der Erstanwendungsstudie
Die Erstanwendungsstudie PHAGE4CURE-001 untersuchte erstmals beim Menschen die vom Fraunhofer ITEM nach GMP-Kriterien hergestellte, inhalierbare Mischung aus drei unterschiedlichen Bakteriophagen gegen Pseudomonas aeruginosa in der Lunge. Die Studie wurde von September 2023 bis Mai 2025 auf der Forschungsstation der Charité Research Organisation GmbH durchgeführt.
Die Studienteilnehmer wurden zufällig einer Behandlung mit dem Phagenwirkstoff oder Placebo zugeteilt. Den ersten Teil der Studie schlossen 18 gesunde Freiwillige ab – 13 Teilnehmer erhielten eine einmalige oder dreimalige Inhalation mit dem Phagenwirkstoff, 5 Teilnehmer erhielten entsprechend Placebo. Im zweiten Teil erhielten 6 gesunde Freiwillige dreimal täglich Inhalationen über 10 Tage (4 Teilnehmer den Phagenwirkstoff, 2 Placebo). Im dritten Studienteil erhielten insgesamt 26 Patienten, deren Lungen chronisch mit Pseudomonas aeruginosa besiedelt sind, über 10 Tage dreimal täglich den Phagenwirkstoff (20) bzw. Placebo (6) verabreicht.
Während und nach der Inhalationsbehandlung wurden regelmäßig Untersuchungen durchgeführt und Proben entnommen, beispielsweise Blut-, Urin- und Auswurfproben, Lungenfunktionstests, Vitalzeichen und EKG. Dies, um das Wohlergehen der Teilnehmer zu überwachen und Erkenntnisse über die Wirkung des Wirkstoffes zu gewinnen.
Ergebnisse
Der Phagenwirkstoff wurde insgesamt gut vertragen. Es traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf und keine der gemeldeten Beschwerden wurde als Folge des Phagenwirkstoffs gewertet. Phagen waren im Blut nicht nachweisbar, konnten aber ab einer Dosis von 10 Milliarden aktiven Phagen im Auswurf nachgewiesen werden; dies spricht dafür, dass sie die Atemwege beziehungsweise die Lunge erreichen. Eindeutige Hinweise auf eine Wirkung zeigten sich in dieser frühen Studie noch nicht. Da nur wenige Patient:innen teilnahmen und Phase-1-Studien vor allem Sicherheit und Verträglichkeit prüfen, sind weitere Studien notwendig, um die Wirksamkeit zuverlässig beurteilen zu können.
Einige exploratorische Parameter werden derzeit noch weiter ausgewertet. Dazu gehört unter anderem die Analyse der Pseudomonas aeruginosa-Last, Untersuchungen des Lungenmikrobioms sowie die Bestimmung der BIMs-Frequenz. Letztere beschreibt, wie häufig bakterielle Mutanten auftreten, die gegen die eingesetzten Phagen unempfindlich sind, und liefert damit wichtige Hinweise auf mögliche Resistenzentwicklungen. Diese zusätzlichen Analysen sollen helfen, die biologischen Effekte der Phagenbehandlung genauer einzuordnen. Parallel bereitet das Phage4Cure Team eine wissenschaftliche Fachpublikation vor, in der die Ergebnisse der Studie detailliert dargestellt werden.
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